Themenspecial zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika

Industrie und Wirtschaft Südafrikas

Die Industrie in Südafrika weist eine breite Entwicklung der verschiedenen Industriezweige auf (z.B. Textilindustrie, Chemische Industrie, Eisen- und Stahlindustrie, Nahrungs- und Genussmittelindustrie, usw.). Es gab mehrere Hauptantriebe für die industrielle Entwicklung Südafrikas. Günstige Faktoren waren vor allem ein reichliches Vorkommen an Rohstoffen, Stabilität, gute Humanfaktoren, viele einheimische Arbeitskräfte, aber auch eine enorme Zuwanderung von Fachkräften mit dem nötigen "Know-how", eigenes Kapital und ausländische Investitionen sowie ein gut ausgebautes Transportwesen.

Die Industrialisierung des Landes wurde durch die Kombination von staatlichen und privatwirtschaftlichen Initiativen beschleunigt. Die Regierung Südafrikas hat, in Verbindung mit den Republiken Transkei, Bophuthatswana, Venda und Ciskei, ein aktives Programm zur regionalen industriellen Entwicklung erarbeitet (z.B. die Herstellung und Ausdehnung der Industrien durch finanzielle Hilfen). Die Ziele dieses Projekts sind eine Verbesserung der Infrastruktur, eine gleichmäßigere räumliche Verteilung der Wirtschaft und eine bessere Einkommensverteilung.

Südafrikas Wirtschaft basierte einst fast ausschließlich auf Landwirtschaft. Nach der Entdeckung von Diamanten (1867) und Gold (1886) verwandelte sich das Land vom Agrarland zum Agrar-Bergbauland und ist nun auf dem besten Weg zu einem modernen Industrie- und Dienstleistungsstaat.

Südafrika ist einer der führenden Produzenten und Exporteure der Welt. Es stellt eine größere Anzahl von Grundmineralien her, die auch in der westlichen Wirtschaft eine große Rolle spielen (z.B. Chrom, Mangan, Uran, Platin, Vanadium). Aus diesem Grund sind, neben anderen Staaten aus Afrika, westliche Industrieländer (BRD und andere Länder der Europäischen Gemeinschaft) die Hauptabnehmer der Rohstoffe.

1946 jedoch begann eine internationale politische und diplomatische Kampagne der Zwangsherrschaft über Südafrika. In den 60er Jahren führte der Druck dieser Kampagne zur wirtschaftlichen Isolation Südafrikas, die in den 80ern ihren Höhepunkt erreichte. Mehrere Industrieländer des Westens (USA, Großbritannien, Frankreich) verhängten wegen der Rassenpolitik des Landes Sanktionen gegen Südafrika, in denen sie den Export von Waffen und anderen militärischen Gegenständen sowie die Zufuhr von arabischem öl verweigerten.

Ebenso wurden ein Verbot von Regierungsdarlehen und eines zur Einfuhr der Krügerrand-Goldmünzen erlassen. Ziel dieser Sanktionen war es, die Regierung Südafrikas dazu zu bewegen, politische Maßnahmen zu ergreifen, um die Apartheid abzuschaffen. 1986 verabschiedete die USA ein "Anti-Apartheidsgesetz", welches weitere Sanktionen zur Folge hatte, nämlich eine Reihe wirtschaftlicher Einschränkungen, die das Verbot des Imports von Eisen, Stahl und Goldmünzen aus Südafrika sowie das neuer Investitionen beinhalteten.

Mit dem Beginn der 90er Jahre ereignete sich eine Wende, denn der damalige Staatspräsident F.W. de Klerk startete Reformen, die ein besseres politisches Klima schaffen sollten. Er versuchte Südafrika aus der Isolation zu befreien, indem er Reisen ins Ausland unternahm und somit die Gelegenheit nutzte, den Regierungen anderer Nationen Einzelheiten seines Reformprogramms darzulegen. Diese positiven Veränderungen in Südafrika veranlassten mehrere Länder dazu, den Boykott zu beenden. Man beschloss, die Sanktionen teils sofort, teils schrittweise aufzuheben. Dies führte zur Wiederbelebung der Wirtschaft und zur Bestätigung de Klerks, aus Südafrika einen demokratischen, nichtrassischen Staat zu machen.


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