Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika

AIDS in Südafrika

Laut offiziellen Schätzungen der UN werden in den nächsten 20 Jahren mindestens 68 Millionen Menschen an AIDS sterben, falls es keinen Durchbruch bei der Bekämpfung gibt. Die Immunschwäche verbreitet sich schneller und weiter als angenommen.

AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) gilt auch in Südafrika als "tickende Zeitbombe". Mit einer offiziellen Anzahl von 5,2 Millionen Infizierten besitzt Südafrika weltweit die zweithöchste Verbreitung nach Indien. Schätzungen zufolge waren im Jahr 2004 etwa 21,5% der Bevölkerung Südafrikas mit dem HI-Virus infiziert. Damit liegt man international ebenfalls auf einem der vorderen Plätze nach dem Nachbarstaat Swasiland mit einer Quote von 40%.

Der Großteil der Infizierten lebt in den so genannten Townships wo es eine Infektionsrate von bis zu 100% gibt. Die weiterhin starke Ausbreitung der Krankheit hat dramatische demografische Folgen für Südafrika. Die Lebenserwartung nahm in den letzten 15 Jahren um rund 20 Jahre ab, von knapp 65 Jahren auf 43 Jahre 2005. Täglich sterben fast 1.000 Menschen an der Seuche allein in Südafrika. Von den täglich weltweit 6.500 geschätzten Neuansteckungen werden ebenfalls etwa 1.000 in Südafrika registriert.

Die Ursachen für die immer noch stetige Ausbreitung des Virus liegen laut UNAIDS an der schlechten bzw. nicht vorhandenen Präventionsaufklärung sowie der frühen sexuellen Aktivität der Männer (16,4 Jahre) und der Frauen (17 Jahre). Bei den Fünfzehn- bis Neunzehnjährigen sind 4,8% infiziert. Bei den zwanzig- bis vierundzwanzigjährigen sind es schon fast viermal so viele.

Auch sexuelle Gewalt spielt eine große Rolle. So geben 28% der Frauen an, dass sie schon mindestens einmal gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen wurden. Mehr als 650.000 Vergewaltigungen wurden zur Anzeige gebracht. Die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge zwanzigfach höher. Statistisch gesehen muss jede zweite Südafrikanerin damit rechnen einmal in ihrem Leben vergewaltigt zu werden.

Häufig führt die Infizierung mit dem HI-Virus zu einer Mangelernährung, dem so genannten Wasting Syndrom. Ursachen hierfür sind chronischer Durchfall und Schäden an der Darmschleimhaut, was wiederum einen Mangel an wichtigen Vitaminen zur Folge haben kann.

Weitere Infos

UNAIDS

Literatur bei Amazon

Neueste Blogposts


Neueste Quizfragen



Nicht das Richtige gefunden?